Solisten der Berliner
Philharmoniker sind
Bolero Berlin

Martin Stegner (Viola)
Manfred Preis (Klarinetten,
Saxophon)
Raphael Haeger (Klavier)
Esko Laine (Kontrabass)
außerdem
Helmut Nieberle (Gitarre,
Ukulele)
Topo Gioia (Percussion)
Es begann als Experiment und endete bei den ersten Konzerten im April
2008 vor 2000 begeisterten Zuhörern im Triumph. Das Ensemble Bolero
Berlin, eine Formation aus Solisten der Berliner Philharmoniker und
international herausragenden Jazzmusikern, hat sich einer tief
sitzenden Leidenschaft, nämlich der südamerikanischen Musik,
verschrieben. Die Sechs intonieren mexikanischen und kubanischen
Bolero, Danzon sowie Tango in einer höchst ungewöhnlichen
Instrumentierung. Sie interpretieren die Musik ihres Herzens
konzertant, elegant und ausdrucksstark, ohne dabei auf die typischen
Elemente des Jazz und der Improvisation zu verzichten. So entsteht ein
Feuerwerk an Farben und Rhythmen, Philharmoniker, die mit kraftvollem
Enthusiasmus und erstaunlicher Zartheit Tango und Bossa Nova erklingen
lassen. Schlussendlich vor allem der hörbare Beweis, dass auch Töne
jederzeit in der Lage sind, zu zaubern und zu verzaubern.
Aus der Presse:
(…) wo sonst hört man den „Libertango“ von Astor Piazzolla
unverstärkt im Duett mit Bratsche und Klarinette, garniert von
genialen halbakustischen Gitarrensolos? Wo sonst wird Duke Ellingtons
„Caravan“ im kunstvollen 7/8 Takt gespielt? Auf welcher Jazzbühne
erklingt Maurice Ravels „Valse noble et sentimentale“ mit subtiler
Klavier- und Sopransaxofon-Improvisation? Und Stéphane Grappellis
Geigen-Swing – bei Martin Stegners Bratsche jetzt eine Etage tiefer
und „latinisiert“ – ist schon lang Geschichte.
„Bolero Berlin“: ein aufregender Sixpack geballter Jazzkunst.
AZ im Mai 2011
Man spürt und hört: Nichts
anderes kommt hier ins Haus als Metropolen-Qualität. (…) Dann ist es
still, als stehe SirSimon Rattle höchstselbst am Pult und dirigiere.
Jetzt spricht die Musik. Einer sieht den anderen lächeln, Töne zaubern
und verzaubern. 2000 Musikfreunde werden zur Gemeinschaft.
Tagesspiegel vom 11.4.2008
Ein Berliner Philharmoniker hat vermutlich selten Gelegenheit,
ein Trinkgeld zu bekommen.. Gut 2000 Menschen stehen diesmal an den
Treppen, in den Gängen und hören das erste Konzert des eben
gegründeten "Ensemble Bolero Berlin": Philharmoniker, die mit so viel
Feuer und Zartheit Tango und Bossa Nova spielen, dass man die Beine
nur mit Mühe zur Ruhe zwingen kann. Eine Dame ist am Ende so
begeistert, dass sie sich zum Klarinettisten vorwagt. "lk hab' hierfür
ja nüscht bezahlt", sagt sie, "und det war so schön, da möcht' ich
mich erkenntlich zeigen." Sie steckt Manfred Preis ein Scheinchen in
die Hemdtasche, und als der abwehrt, sagt sie: "Jetzt geh'n Se mit
ihren Kollegen mal 'n richt'jen Kaffee trinken. "
SZ vom 12.04.08
(…) In den Mozart-Saal der Alten Oper Frankfurt brachte die
Gruppe kubanische und mexikanische Boleros, argentinische Tangos und
brasilianische Bossa Novas mit - vom Arrangement des Ohrwurms "Besame
Mucho" bis hin zu Piazzollas "Libertango", ein paar Eigenkompositionen
waren auch dabei.
Der gemütlich fließende Bossa Nova "Rendezvous dans le désert" und der
an Piazzolla angelehnte "Three for Tango" etwa stammten aus der Feder
des Jazzgitarristen Helmut Nieberle. Raphael Haeger wiederum, der
eigentlich Schlagzeuger bei den Philharmonikern ist, bei "Bolero
Berlin" aber sanftmütig die Klaviertasten anschlägt, hat das von
Bassklarinetten- und Kontrabasssoli durchzogene "Lamento" komponiert
und den zwischen Elegie und rasanter Rhythmik farbwechselnden Titel
"Ingolstatti, Minun Ingolstattini" - ein Loblied auf Ingolstadt in
finnischer Sprache, zugleich ein Stück Heimat für den Finnen Esko
Laine, der auf dem Kontrabass für Grundierungen sorgte. Die Skepsis,
ob klassisch gepolte Berliner Philharmoniker auch lateinamerikanische
Herzen zum Schlagen bringen können, erübrigte sich nach den ersten
Samttönen von Bratschist Martin Stegner und den fulminant virtuosen
Tönegirlanden, die Klarinettist und Saxophonist Manfred Preis ins
Publikum warf.
FAZ vom 14.4.09
MARTIN STEGNER VIOLA
Der Vater war sein erster Lehrer. Von ihm erhielt Martin
Stegner mit acht Jahren den ersten Geigenunterricht. Nach dem Studium
an der Mannheimer Musikhochschule bei Roman Nodel wechselte er zur
Bratsche und ging dann 1992/93 an der Orchesterakademie der Berliner
Philharmonikerin die Lehre. Sein erstes Engagement führte ihn 1993 als
1. Solobratscher zum Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, drei Jahre
später wechselte er zu den Berliner Philharmonikern. Er konzertiert
als Solist und Kammermusiker im In- und Ausland. Seit seiner Jugend
ein Liebhaber von Jazz, spielte er in diversen Formationen auf vielen
Festivals und trat unter anderem mit Diane Reeves und Herbie Mann auf.
Mit vier Kollegen gründete er 1999 die Berlin Philharmonic Jazz Group.
MANFRED
PREIS KLARINETTE und SAXOFON
Nie im Leben hatte er daran gedacht, Bassklarinette zu spielen. Doch
dann war bei den Berliner Philharmonikern eine Stelle als
Bassklarinettist ausgeschrieben. Manfred Preis, Absolvent der Münchner
Musikhochschule und der Orchester-Akademie der Berliner Philharmoniker
sowie Klarinettist des Radio-Symphonie-Orchesters Berlin, bewarb sich
darauf - und wurde angenommen. Seither liebt er das tiefe
Holzblasinstrument. Manfred Preis engagiert sich jedoch nicht nur im
Orchester sondern auch kammermusikalisch, beispielsweise als
Karinettist im Trio Berlin, bei den Bläsern der Berliner
Philharmoniker und in diversen Kammermusikgruppen. Außerdem ist er
seit Jahren ein gefragter Saxophonist. Als Pädagoge arbeitet er unter
anderem an der Hochschule für Musik Nürnberg-Augsburg und mit
internationalen Jugendorchestern.
HELMUT
NIEBERLE GITARRE
Helmut Nieberle gehört zu den versiertesten
Mainstream-Jazzgitarristen Deutschlands und ist einer der seltenen
7-String Gitarristen. Er hat zunächst an der Jazz-School in München,
dann am Berklee College in Boston sein profundes Wissen und Können
erworben. Hervorzuheben sind aber vor allem die Workshops
weltbekannter Jazzgitarristen: Barney Kessel, Eddie Marron, Herb
Ellis, Joe Pass; Jim Hall, Attila Zoller, Peter Leitch, Karl Ratzer
u.a.
1991 erhielt er den bayerischen Kulturförderpreis für Jazzgitarre.
Die Bandbreite von Helmut Nieberles musikalischem Wirken spiegelt sich
zum einen im eigenen Spiel als Solist oder als Begleitmusiker, zum
anderen aber auch in den Bands und Formationen, für die er als
musikalischer Leiter immer wieder neue Programme erarbeitet und neben
Eigenkompositionen auch alle Arrangements schreibt.Helmut Nieberle war
mehrfach Künstler beim Philharmonischen Salon.
RAPHAEL
HAEGER KLAVIER
Schon im Alter von vier Jahren wünschte sich Raphael Haeger
ein Schlagzeug. Allerdings spielte er auch gerne auf anderen
Instrumenten, vor allem auf dem Klavier. Lange konnte sich der
Absolvent der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen nicht
entscheiden, welches von beiden Instrumenten er zum Beruf machen
sollte. Die Aufnahme 2005 bei den Berliner Philharmonikern gab
schließlich den Ausschlag für das Schlagzeug. Zuvor war Raphael Haeger
zehn Jahre lang Schlagzeuger im Orchester des Nationaltheaters
Mannheim und Künstlerischer Leiter zweier Jazzkonzertreihen; 2002 hat
er als Pianist eine CD mit eigenen Jazzkompositionen veröffentlicht.
ESKO
LAINE KONTRABASS
Ursprünglich spielte er Cello. Als er dieses Instrument
aufgeben wollte, meinte der Direktor der Musikhochschule, er solle es
doch mit dem Kontrabass versuchen. So nahm Esko Laine mit 13 Jahren
Kontrabassunterricht bei Jussi Javas am Konservatorium Hyvinkää.
Gerade 18jährig wurde er Mitglied des Nationalopernorchesters in
Helsinki und trat als Solist mit dem Finnischen
Rundfunk-Sinfonieorchester auf. Von 1982 bis 1985 folgten weitere
Studien an den Musikhochschulen in Frankfurt/M, Genève und an der
Menuhin Academie in Gstaad. Seit 1999ist er Solobassist der Berliner
Philharmoniker. Esko Laine hat mehrere Orchesterkonzerte und
Kammermusikwerke für Kontrabass uraufgeführt, die auf seine Anregung
hin komponiert wurden. Der gefragte Dozent für Meisterkurse und bei
renommierten Nachwuchsorchestern unterrichtet seit 2000 auch an der
philharmonischen Orchester-Akademie und an der Musikhochschule »Hanns
Eisler« Berlin.
Daniel
„TOPO“ GIOIA PERCUSSION
Daniel „Topo“ Gioia, in Rosario/Argentinien geboren, begann
mit 15 Jahren seine autodidaktischen Studien der Perkussion. 1973
siedelte er nach Spanien über, wo er zwei Jahre in Madrid und
Barcelona mit verschiedenen argentinischen und südamerikanischen
Besetzungen auftrat. Elf Jahre lang arbeitete er mit dem Bassisten
Hans Hartmann zusammen, mit dem er in ganz Europa auftratt. Parallel
dazu spielte er mit Lydie Auvray. 1988 wurde er bester Congaspieler
des „Latin-Percussions-Wettbewerb“ in Deutschland. Er spielt auf über
300 Schallplatten und CDs zum Beispiel mit Hendrik Meurkens, Ray
Anderson, Ernie Watts, Mezzoforte, Ronaldo Folegatti, Klaus Hoffmann
sowie Experimenti Berlin. Live-Auftritte machte er u. a. mit John
Newton, Giora Feidman, Lalo Schifrin, Oreste Vilato und Raul Recow von
„Santana“, Mikis Theodorakis, Maria Farantouri sowie Ray Anderson und
dem US-amerikanischen Gitarristen Tino Gonzales. Auftritte führten ihn
nach Japan, USA und in fast alle europäischen Länder, wobei die
Jazz-Festivals von Pori (Finnland), Prag, Berlin, Rimini und
Donaueschingen besondere Höhepunkte darstellen.
Seit 1999 ist er Dozent für Perkussion an der Hanns-Eisler-Hochschule
in Berlin.
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